Aubagne – das Zentrum provenzalischer Lehmkunst

Zwischen Marseille und Cassis, am Fuße des von Marcel Pagnol so geschätzten Garlaban-Massivs, liegt Aubagne, eine authentische Stadt der Provence, die außerdem Hauptstadt der provenzalischen Krippenfiguren ist.
Von Claire Vincent

Genau diese Authentizität macht den Charme des Marktes und der engen Gässchen des alten Stadtzentrums aus. Man schlendert umher und entdeckt hier ein Atelier eines Krippenfigurenherstellers oder eines Keramikkünstlers, da eine Bäckerei mit leckeren Fougasses (eine Art Brot) und dort ein Geschäft mit Holzspielzeug oder ein kleines Restaurant mit regionalen Spezialitäten... Wenn man seinen Spaziergang mit einem Besuch im Museum Le Petit Monde von Marcel Pagnol beginnt, über das Geburtshaus des Regisseurs und Schriftstellers weitergeht bis zur Kirche, am höchsten Punkt der Altstadt, hat man schnell das Gefühl, von den Krippenfiguren der Provence begleitet zu werden. Diese Krippenfiguren, auf Provenzalisch „Santoun“ (kleine Heilige) genannt, sind kleine Lehmfiguren, die ihren Ursprung in der Französischen Revolution finden. Da Krippen in den Kirchen damals verboten waren, schuf jede provenzalische Familie eine eigene bei sich zuhause und „versteckte“ die Figuren des Krippenspiels in einem durch und durch provenzalischen Dorf, in dem die traditionellen Krippenfiguren mit Dorfbewohnern mit den verschiedensten Berufen durchmischt wurden: Müller, Bauern, Wäscherinnen, Scherenschleifer, Jäger... Waren diese Figuren ursprünglich aus Lehm, sind sie heute gebrannt und bemalt oder angezogen und der Beruf des Krippenfigurenkünstlers ist heutzutage ein eigenständiger Beruf. In Aubagne finden sich viele Ateliers solcher Künstler. Die Krippenfigurenmärkte von Aubagne und Marseille zählen zu den bekanntesten und dauern länger als einen Monat. In provenzalischen Familien werden diese Krippenfiguren von Generation zu Generation weitergegeben, wobei jedes Jahr neue Figuren hinzukommen, die man entweder auf den Märkten oder direkt im Atelier der Künstler kauft.

Thérèse Neveu, Schwester des Keramikkünstlers Louis Sicard, der 1894 die berühmte provenzalische Zikade erfunden hat, war eine Krippenfigurenkünstlerin aus Aubagne. Sie hatte die Idee, die traditionellen Figuren einer provenzalischen Krippe um eine Figur zu erweitern, die die Züge einer bekannten Persönlichkeit tragen sollte: Virginie de Garlaban. So ebnete sie Marcel Pagnol und seinem Museum Le Petit Monde den Weg, denn dort findet man Raimu, Fernandel, Gérard Depardieu, Yves Montand und viele andere Persönlichkeiten als Krippenfiguren!

Krippenfiguren
Krippenfiguren
Aubagne
Fotografie José Nicolas

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